Hamburg … Stadtbummel #64/1 – Peterstraße und Komponistenquartier

… zwischen Holstenwall und Großneumarkt versteckt sich dieser Teil des Viertels. Hamburg hat zwar viele Musikgenies hervorgebracht, die in der Hansestadt gelernt und gewirkt haben, aber keiner von ihnen lebte in den Häusern der Peterstraße – diese Häuser wurden ja auch rekonstruiert. Hier wurde den Musikern aus dem gleichen Zeitalter eine Gedenkstätte gewidmet. Museen im Erdgeschoss erzählen das Leben der Komponisten

Georg Philipp Telemann,

Carl Philipp Emanuel Bach,

Fanny & Felix Mendelssohn,

Gustav Mahler und

Johannes Brahms

Über den Johannes-Brahmsplatz und dem Musik-Tempel „Laeiszhalle“ hatte ich schon mal im September 2018  gepostet, nur ein Besuch des Johannes-Brahms-Museum war noch offen, den muss ich immer noch nachholen.

… Die Peterstraße ist wie ein Freilichtmuseum. In den ersten Jahren des Komponistenquartiers gab es strenge Vorschriften für die Mieter. Dazu gehörten zum Beispiel weiße Gardinen mit Rüschen an den Fenstern, es sollte ja schließlich alles zeitgemäß wirken. Diese Regelungen wurden mittlerweile aufgelockert, und trotzdem sah ich noch einige weiße Vorhänge.

Das alles erzählte mir die ältere Dame, die einer Interessengemeinschaft des Viertels angehörte und sich auch engagierte, um interessierten Besuchern ihre Wohnumgebung näher zu bringen. Einiges hat die Gemeinschaft schon bewirkt, z.B. wurden aus den vielbefahrenen Straßen Einbahnstraßen eingerichtet. Und doch fand ich, dass das Verkehrsaufkommen nicht gerade gering war –Touristen-Busse und ein Hotel sorgten schon dafür.

… Eine dunkle Vergangenheit hat diese Gegend allerdings auch. Das ehemalige Polizeigefängnis am Ende der Peterstasse, wo sie in die „Hütten“ mündet, wurde 1858 als die „Hüttenwache“ erbaut, die zur damaligen Zeit des Nationalsozialismus ein Gefängnis für politische Gegner war.

Die Wache diente seit 1941 auch der Inhaftierung von Juden vor ihrer Deportation. Heute nennt sich das Haus „Helmuth-Hübener-Haus“, nach Helmuth Hübener (1925–1942), einem der jüngsten hingerichteten NS-Widerstandskämpfer. Er starb mit 17 Jahren. Heute dient das Gebäude als Wohneinrichtung für alleinlebende Männer.

Seit 1985 erinnert eine Gedenktafel an diesem Gebäude an die damaligen Vorgänge.  

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Hamburg … Stadtbummel #64 – die kleinbürgerliche Neustadt

… da befand ich mich bei meinem gestrigen Stadtbummel doch plötzlich in einer Gegend, wo ich mir vorkam, als wäre ich im 18. Jahrhundert. Das hatte ich nun gar nicht auf dem Zettel und war dementsprechend auch nicht vorbereitet. Und doch faszinierte mich das, was ich sah. Während ich ein Motiv im Focus hatte, sprach mich eine ältere Dame an, wenn ich möchte, würde sie mich vor der Häuserfront fotografieren. Ich bedankte mich artig, und versicherte ihr, dass mich lediglich die Architektur interessieren würde. Und was für ein Glück hatte ich wieder: sie war eine echte Hamburgerin, wohnte seit einer Ewigkeit in dieser Gegend und konnte mir eine Meng darüber erzählen. Aus meinen mitgeschriebenen Notizen konnte ich somit diesen Beitrag verfassen.

… Bei dieser Wohnanlage handelt es sich teils um Originalbauten, teils um Rekonstruktionen, die der Hamburger Kaufmann und Ehrenbürger Alfred Toepfer errichten ließ. Sie sind Eigentum der Carl-Toepfer-Stiftung, der Alfred Toepfer zu Ehren seines Vaters diesen Namen gab.

Das „Beylingstift“ ist ein authentischer Rest der kleinbürgerlichen Neustadt. Johann Beyling erwarb die Gebäude im Jahre 1824.

Es wurde 1899 für Altenwohnungen gestiftet. 1965 kaufte Alfred Toepfer den Komplex und restaurierte ihn in den historischen Formen.

… Ende der 60er Jahre ließ Alfred Toepfer an der Peterstraße nach alten Plänen Nachbauten prächtiger Bürger- und Kaufmannshäuser aus dem 18. Jahrhundert errichten. Sie hatten einst an verschiedenen Stellen der Altstadt gestanden und waren im Laufe der Geschichte aus dem Stadtbild verschwunden.

Die historische Neustadt, deren Bebauung durch Fachwerkhäuser und die typischen engen Gassen und Gänge charakterisiert war, hat nie so ausgesehen. Trotzdem ist hier ein typisches Straßenbild Alt-Hamburgs entstanden.

 

So sah es früher mal aus, diese Fotos hingen im Durchgang …

… Im Haus Peterstraße/ Ecke Hütten befindet sich die Niederdeutsche Bibliothek, hier ist ausschließlich plattdeutsche Literatur zu erhalten.

Ich habe noch mehr Sehenswertes in dieser Gegend gefunden, aber darüber erzähle ich später.

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Ein Denkmal für den „Jung mit’n Tüdelband“

… kürzlich wurde im Regional-TV über die Enthüllung der Skulptur berichtet. Auf meinem heutigen Stadtbummel war ich gerade in der Nähe, da bot es sich an, mal an diesem Haus vorbei zugehen.

… Die Bronzeskulptur ist am Haus ‚Hütten 86‘ in der Hamburger Neustadt angebracht.

… Jeder Hamburger kennt das Lied vom „Jung mit’n Tüdelband“. Es stammt von den Gebrüdern Wolf , die im frühen 20. Jahrhundert international bekannt wurden. In diesem Haus hatte Ludwig Wolf (1867-1955) früher gewohnt .

… Fast jeder denkt bei einem „Tüdelband“ an ein Stück Schnur oder ein Gummiband, dabei ist ein Fassreifen gemeint, den die Kinder vor sich her rollten und mit einem Stock antrieben.

… Der Hamburger Bildhauer Siegfried Assmann hat die Figur geschaffen.

Das Lied wurde vor allem berühmt durch den Ohnsorg-Star Heidi Kabel (1914-2010), die es oft gesungen hat.

… Hier ist ein Fragment von Musik und Text zu hören und zu lesen:

An de Eck steiht ´n Jung mit´n Tüddelband
in de anner Hand ´n Bodderbrood mit Kees,
wenn he blots nich mit de Been in´n Tüddel kümmt
un dor liggt he ok all lang op de Nees
un he rasselt mit´n Dassel op´n Kantsteen
un he bitt sick ganz geheurig op de Tung,
as he opsteiht, seggt he: hett nich weeh doon,
ischa ´n Klacks för ´n Hamborger Jung
Refrain
Jo, jo, jo, Klaun, klaun, Äppel wüllt wi klaun,
ruck zuck övern Zaun,
Ein jeder aber kann dat nich, denn he mutt ut Hamborg sien.

(Info-Quellen: wikipedia – https://sh-kunst.de/kuenstler/assmann-siegfried/  – youtube –  https://youtu.be/6qYBq3n-Aeg)

 

 

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die erste Dschungelnacht

… von drei im Tierpark Hagenbeck fand gestern statt.

… Ich habe es geahnt – nee, eigentlich habe ich es gewusst, solche Menschenansammlungen sind nix für mich: ganz gegen meine Gewohnheit hatte ich mich zu diesem Spektakel hinreißen lassen. Vor einigen Jahren habe ich so eine Dschungelnacht schon mal erlebt, hatte es aber nicht mehr so in Erinnerung, was mich im Grunde dort erwartete.

Dann kam noch hinzu, dass es nicht meine Zeit für einen Tierpark-Besuch war – ich liebe es an einem normalen Wochentag und kurz nach Öffnung vor Ort zu sein, dann ist alles so schön ruhig, die Tiere und die wenigen Menschen sind entspannt. Und dann gestern Spätnachmittag der totale Gegensatz.

Gut, da musste ich jetzt durch, und doch auch wieder in Erwartung, was ich zu sehen bekommen würde.

… Bei diesen Events im Tierpark – es kommen noch einige – spielen die Tiere nicht die größte Rolle, sie werden eh bei Zeiten in ihre Ställe gebracht, weil ja auch bei Dunkelheit ein Feuerwerk vom historischen Felsen aus abgebrannt wird, und überall bengalische Beleuchtung den Tierpark in ein ungewohntes Licht verwandelt. Das stand allerdings nicht auf meinem Plan – bei Dunkelheit müssen Kinder und alte Leute zuhause sein😊.

… Ab 18 Uhr sollte es losgehen – ich befand mich in unmittelbarer Nähe einer Kampfkunstschule, wo junge Männer vorführten, was und wie sie diese Sportart trainieren

— und womit, das gezeigte Equipment sah schon beängstigend aus

… Ich schlängelte mich weiter durch die Menschenmassen, Beim Tiger-Gehege empfingen mich Samba-Klänge, die richtig ins Blut gingen. Nur sehen konnte ich fast nichts, meine knapp 1,60 Körpergröße hinderte mich daran. Aber ich wollte doch Fotos machen, mein mitgenommenes Stativ konnte in diesem Fall helfen – komplett ausgezogen hielt ich es hoch und konnte somit über die Köpfe hinweg fotografieren. Mit dem Ergebnis bin ich nicht recht zufrieden, aber anders ließ es sich nicht machen.

… Es war fast nicht möglich, einen Sitzplatz auf einer der vielen Bänke im Tierpark zu ergattern, endlich wurde ich fündig und hatte sogar nach kurzer Zeit die Bank für mich allein, aber auch nur kurz, denn dann setzte sich ein junger Vater dazu, und wir beide kamen ins Gespräch, ein sehr angeregtes und erfreuliches, wie wir beide empfunden haben. Später kam noch seine Frau hinzu. Er ist Schweizer und der Liebe wegen im Hamburg aufgeschlagen.

… Langsam machte ich mich auf den Heimweg. Dummerweise hatte ich den Weg am Elefanten-Außengehege genommen, es war dort fast kein Durchkommen – hätte ich mir aber auch denken können, die Baby-Elefanten tobten auf der Anlage und erfreuten Besucher.

… Ich bleibe doch lieber bei meinen Gewohnheiten, wenn es um die Tierparkbesuche geht … 🐘🐒🦆🐇

(eigene Fotos, mit freundlicher Genehmigung des Tierpark Hagenbeck)

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Das Feuerschiff

… im Hamburger City-Sporthafen

… ist ein altes englisches Feuerschiff – sozusagen ein schwimmender Leuchtturm, das 1991 von einem Hamburger Kapitän Wulf Hoffmann erworben und zu einem „Hotel-Restaurant-Bar-Veranstaltungsschiff“ umgebaut wurde und über das ganze Jahr mit toller Hafen- Aussicht, kulinarischen Genüssen und unterschiedlichen Events seine Gäste erfreut.

… Ein Feuerschiff ist ein bemanntes oder unbemanntes Wasserfahrzeug, das an einer bestimmten Position vor Anker liegt und mit einem Leuchtfeuer ähnlich einem Leuchtturm ausgestattetes ist und als Schifffahrtszeichen der Navigation der Seeschifffahrt dient.

… Feuerschiffe tragen meistens eine rote Farbgebung und sind auf der Bordwand mit einer gut sichtbaren Bezeichnung für die Position versehen. Sie liegen immer auf der gleichen Position, um zu jeder Zeit von passierenden Schiffen schnell erkannt zu werden.

… Ein bemanntes Feuerschiff enthält Schlaf- und Aufenthaltsräume für die Mannschaft und zusätzliche Räume für eventuelle Schiffbrüchige, unbemannte Feuerschiffe weisen lediglich Wartungs- und Maschinenräume auf, gelegentlich aber auch einen Rettungsraum für Schiffbrüchige.

Hier gibt es zusätzliche Infos über die Geschichte des Schiffs mit weitere Fotos .

Ich habe mir vorgenommen, bei einem der nächsten Stadtbummeln dort mal zu frühstücken.

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Irrfahrt nach „Rom“

… Ein Relikt aus meiner Kölner Zeit ist die Sendung „Aktuell Stunde“ des WDR, 3. Programm, der Nachrichten von Nordrheinwestfalen verbreitet – ein MUSS für mich, abends.

Was aber gestern gesendet wurde, hat mir bestätigt, dass ich mit der Abschaffung meines Autos aus Altersgründen ganz richtig gehandelt habe.

“Navi lenkt Italiener ins Oberbergische „Rom“ – 81-Jähriger verfährt sich auf dem Weg nach Italien

Wie die Polizei am Sonntag (26.05.2019) mitteilte, wollte der Senior am Freitag mit seinem Jaguar von seinem Wohnort in Newcastle im Nordosten Englands nach Rom fahren. Er gab die Zieladresse in sein Navigationssystem ein und machte sich auf den Weg.

Als er laut Navi sein Ziel erreicht hatte, war die Verwirrung allerdings groß: Auf dem Ortsschild stand zwar Rom, aber irgendwie passte die Umgebung nicht so recht zu seiner Vorstellung der ewigen Stadt. Er hatte bei der Zieleingabe wohl nicht so genau hin geschaut, denn das Navi hatte ihn kurzerhand in das oberbergische Rom , einem Ortsteil der Gemeinde Morsbach gelotst.

Als der 81-Jährige ausstieg, war er nach Polizeiangaben wohl so verwirrt, dass er darüber vergaß, bei seinem Auto die Handbremse anzuziehen. Der Jaguar rollte daraufhin die abschüssige Straße hinunter. Der Senior versuchte noch, den Wagen zu stoppen, das gelang ihm allerdings nicht. Er wurde von der geöffnete Fahrertür erfasst und stürzte.

Sein Auto wurde von dem Ortsschild Rom letztlich gestoppt. Ein Rettungswagen brachte den verletzten 81-Jährigen zur stationären Behandlung ins Krankenhaus. Der Jaguar musste abgeschleppt werden.”

(Quelle: ©Katja Goebel – https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/fahrt-nach-rom-100.html#goToHead)

… So kann es gehen, wenn der Umgang mit der Technik – besonders im höheren Alter – schwierig wird.

 

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Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh‘

… ist eine Zeile aus einem frühen Kinderlied – die fiel mir sofort ein, als ich die Ente bei genau diesem Vergnügen beobachten konnte.

 

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Bin ich schön?

… schien mich dieser Pfau fragen zu wollen, als ich ihn bei meinem Tierpark-Bummel vor zwei Tagen traf. Leider konnte ich nicht erkennen, wem seine Balz galt, aber bestimmt nicht seinen Artgenossinnen, denn von denen war niemand in seiner unmittelbaren Nähe zu sehen. Hatte er sich womöglich in eine Besucherin verguckt?

Jedenfalls zeigte er alles, was er hatte und was er konnte!

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